Trocken- oder Nassfutter – das ist hier die Frage!

Wenn es um die Ernährung von Hunden geht, hören Freundschaften auf. Jeder beansprucht für sich, der Einzige zu sein, der es richtig macht – und wehe jemand ist einer anderen Meinung! Dann ist Streit angesagt. Zwei Lager können sich ganz besonders nicht ausstehen: Die einen schwören auf Trockenfutter und die anderen geben ihren Hunden nur Nassfutter zu essen. Doch wer hat den Dreh raus und tut seinem Vierbeiner den größeren Gefallen? Sind es die Käufer der knusprigen Flocken oder hat die Nassfutterfraktion den richtigen Riecher? Wir klären Sie auf und verraten Ihnen die Vor- und Nachteile der beiden Futtervarianten. Eines sei vorweggenommen: Die ultimative Hundenahrung gibt es nicht. Jeder Hund ist anders und braucht ein anderes Futter.

Nassfutter – Hunde lieben es, Herrchen verteufeln es

Der wohl größte Vorteil von Nassfutter ist – wer hätte es gedacht – der hohe Wassergehalt. Die saftigen Brocken enthalten in der Regel rund 70 Prozent Feuchtigkeit. Wenn Ihr Bello trinkfaul ist, dann könnte Nassfutter perfekt für ihn sein. Mit der feuchten Kost nimmt er nämlich schon mal einen Großteil seines täglichen Wasserbedarfs auf. Der Napf sollte natürlich trotzdem noch immer mit frischem Wasser gefüllt werden. Eine gute Grundlage ist Nassfutter dennoch, vor allem an heißen Tagen. Dann fällt es vielen Hunden eh sehr schwer, auf Trab zu kommen – und da zeigt das Nassfutter wieder einmal seine Stärke: Der meist intensive Geruch der fleischigen Mahlzeit lockt auch den faulsten Vierbeiner an den Napf. Der Duft verdeckt zudem andere Gerüche und Aromen. Sogar die bitterste Medizin lässt sich so hervorragend in Nassfutter verstecken. Ihr Hund wird sein Essen so schnell verschlingen, dass er die Pillen oder Tropfen gar nicht bemerkt; und da das Fleisch so zart ist und in viel Soße schwimmt, verputzen es auch betagtere Kaltschnauzen mit Freude. Es lässt sich einfacher verdauen und schmeckt auch noch, wenn der Geruchssinn und die Geschmacksnerven nicht mehr die neusten sind. Weitere Nassfutterfans sind Hunde mit Zahnproblemen. Die können die zarten Happen ohne Mühe kauen. Doch bekanntlich ist des einen Freud des anderen Leid – das weiche Futter kann nämlich auch zu einigen Problemen führen.

Geschmack ist nicht alles: Das sind die Schwächen von Nassfutter

Wie so oft ist die größte Stärke auch eine Schwachstelle. Beim Essen wird der Kiefer Ihres Hundes kaum beansprucht; und auch die Zähne kommen nicht wirklich zum Einsatz. Das erhöht das Risiko für Ihren Vierbeiner, Zahnstein zu bekommen; und außerdem kann die Kost die tägliche Kuschelstunde zu einer Tortur für Sie machen. Denn das feuchte Futter begünstigt Mundgeruch. Wer zu Nassfutter greift, sollte seinem Bello daher ab und zu einen Knochen zuwerfen. Der hohe Wassergehalt macht das Futter jedoch nicht nur besonders zart, sondern wirkt sich zudem negativ auf die Haltbarkeit aus. Solange es noch in der Dose ist, hält es sich meistens mehrere Monate. Eine geöffnete Verpackung sollte aber nach wenigen Tagen aufgebraucht werden. Lagern Sie die Dose in der Zeit auf jeden Fall in Ihrem Kühlschrank und denken Sie daran, die Dose frühzeitig wieder herauszunehmen, damit das Essen Zimmertemperatur erreichen kann. Zu kaltes Futter verursacht bei vielen Hunden Magenschmerzen sowie Verdauungsprobleme. Aufgrund der schlechteren Haltbarkeit versetzen viele Hersteller ihr Nassfutter außerdem mit Konservierungsstoffen. Achten Sie beim Kauf also genau auf die Inhaltsstoffe; und besorgen Sie nie zu viele Dosen auf einmal. Es wäre doch schade, wenn Sie Futter wegschmeißen müssten, weil es verdorben ist. Nassfutter lässt sich ohnehin nicht gut Lagern. Die Konserven verbrauchen viel Platz und machen somit auch eine Menge Müll. Große Hunde verdrücken mitunter bis zu zwei Dosen am Tag. Das bringt nicht nur die Mülltonne zum Überquellen, sondern leert auch Ihr Portemonnaie. Nassfutter ist verhältnismäßig teuer. All das Wasser löscht zwar den Durst, füllt aber nicht den Magen. Ihr Hund braucht demnach relativ große Rationen an Nassfutter, damit er genug Energie für den Tag hat. Ein weiteres Ärgernis ist der Schmutz, den die Dosenkost verursacht. Wenn Ihr Hund sich auf den Napf stürzt, dann fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen. Nachwischen ist also vorprogrammiert. Die Essensreste erschweren zudem die Reinigung des Napfes.

Trockenfutter – das sind die Vorzüge

Auch hier ist der Name Programm: Trockenfutter enthält gerade einmal zehn Prozent Flüssigkeit. Der Wassernapf sollte also stets gut gefüllt sein. Ein paar Spritzer im Futter selbst sind ebenfalls empfehlenswert. Der geringe Wassergehalt ist aber alles andere als ein Nachteil – er bringt viele Vorteile: So ist Trockenfutter äußerst lange haltbar. Zwölf Monate können die meisten Säcke mindestens gelagert werden – auch wenn sie schon geöffnet wurden. Nur sollten Sie die Verpackung dann mit einer Klammer oder Ähnlichem verschließen. All das macht Trockenfutter zu dem optimalen Reisebegleiter. Es muss nicht gekühlt werden, wiegt nicht viel und riecht auch nicht so intensiv wie Nassfutter. Die lange Haltbarkeit kommt übrigens nicht durch Konservierungsstoffe zustande. Trockenfutter ist meistens frei von solch künstlichen Stoffen. Kaufen Sie Ihre Hundenahrung also gleich auf Vorrat. Greifen Sie am besten zu der größten Verpackung. Die ist in der Regel günstiger. Überhaupt gehört Trockenfutter zu den preiswertesten Nahrungsmitteln für Hunde. Es enthält viele Kalorien. Dadurch reichen Ihrem Hund schon kleine Portionen, um satt zu werden. Da sich die Tüten so gut lagern lassen, können Sie bei Angeboten auch direkt mehrere einkaufen. Ein Sack mit 15 Kilogramm Inhalt versorgt einen Hund mit einem Gewicht von ca. 40 Kilogramm für ungefähr einen Monat. Das Praktische: In all dieser Zeit fällt so gut wie kein Müll an. Die Säcke bestehen sogar oftmals aus Papier und sind daher äußerst umweltschonend. Doch das sind noch nicht alle Vorteile: Trockenfutter kann problemlos mit einer Waage oder einem Messbecher portioniert werden. Das ist insbesondere wichtig für Hunde, die mit ihrem Gewicht zu kämpfen haben. Ob Pummel oder Spargeltarzan – mit Trockenfutter bringen Sie Ihren Vierbeiner schnell wieder auf sein Normalgewicht; und nebenbei sorgen Sie mit dem Futter für eine einwandfreie Mundhygiene. Beim Kauen der knusprigen Flocken trainiert Ihr Hund seinen Kiefer und reinigt seine Zähne. Um Zahnstein müssen Sie sich also keine Sorgen machen – um Schmutz ebenfalls nicht! Es landen höchstens ein paar Krümel um den Napf herum. Die lassen sich aber im Handumdrehen aufheben oder wegfegen. Der Napf selbst ist auch im Nu wieder sauber.

Ganz schön knackig, aber auch ein bisschen geschmacklos

Trockenfutter ist zwar sehr nahrhaft, dafür mangelt es ihm jedoch an Aroma. Viele Hunde tun sich daher schwer mit der trockenen Kost. Das muss jedoch nicht bloß am Geschmack liegen. Zahlreiche Hunderassen reagieren allergisch auf Trockenfutter, weil etliche Sorten viel Getreide enthalten. Vor allem Weizen und Mais lösen bei einigen Hunderassen Allergien aus. Die können sich dann in Form von Juckreiz, Entzündungen sowie diversen Magenproblemen äußern. Nach der Aufnahme von Getreideprodukten kommt es zum Beispiel zu Blähungen, Erbrechen oder Durchfall. Darüber hinaus sollten Sie trotz der langen Haltbarkeit von Trockenfutter Vorsicht bei der Lagerung walten lassen. Denn mit der Trockenkost holen Sie sich schnell Futtermilben in Ihr Haus. Sorgen Sie also dafür, dass das Futter stets gut verschlossen ist, und lagern Sie es kühl und vor allem trocken. Ansonsten besteht zusätzlich die Gefahr, dass Schimmel entsteht. Isst Ihr Hund von Schimmel befallene Nahrung, kann es zu ernsten Erkrankungen kommen. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollten Sie obendrein immer darauf achten, dass Ihr Trockenfutter ein Alleinfuttermittel ist. Es gibt viele ergänzende Produkte auf dem Markt. Diese reichen für eine ausgewogene Ernährung allein nicht aus.

Die Mischung macht's – so machen Sie Ihren Hund glücklich

Es scheint, dass kein Hundefutter perfekt ist – aber was ist schon perfekt? Essen Sie jeden Tag absolut gesund? Wie immer ist Ausgewogenheit der Schlüssel zum Erfolg. Individuelle Präferenzen spielen ebenfalls eine große Rolle. Wenn der Bello sein Trockenfutter partout nicht anrührt, dann können Sie ihn nicht zum Fressen zwingen. Viel wichtiger als die Art des Futters ist die Qualität. Schauen Sie beim Kauf genau auf die Inhaltsstoffe und entscheiden Sie sich nur für hochwertiges Hundefutter. Dann geht es Ihrem Hund auch gut. Sie können Ihrem Liebling außerdem auch beide Futtersorten servieren. Das bringt Abwechslung in den Napf – und die mögen auch Hunde. Geben Sie Ihrem kaltschnäuzigen Partner zum Beispiel morgens eine Ladung Trockenfutter und am Abend Nassfutter. Sie können die beiden Sorten auch miteinander mischen. Achten Sie dabei jedoch darauf, dass Sie Ihrem Hund nicht zu viel Futter verabreichen; und falls es ihm nicht schmeckt: Probieren ist die Lösung! Es gibt Sorten mit Lachs, Thunfisch, Schwein, Huhn, Lamm und Rind. Die tägliche Portion Gemüse und Obst ist ebenfalls enthalten. Einige Produkte werden sogar mit Kräutern verfeinert. An wichtigen Nährstoffen mangelt es außerdem weder dem Trocken- noch dem Nassfutter. Nahrhafte Omega-3- und 6-Fettsäuren sind fester Bestandteil der meisten Futtermittel; und Vitamine, Eisen, Zink und andere Mineralstoffe sind immer reichlich vorhanden. Zahlreiche Hersteller verzichten zudem auf die Verwendung von Aroma- sowie Farbstoffen und versetzen ihr Futter nicht mit Zucker, Gluten oder Soja. Es spielt also keine Rolle, ob Sie Nass- oder Trockenfutter verwenden. Was zählt, ist nur der Inhalt. Solange Ihr Hund alle wichtigen Nährstoffe bekommt, ist es egal, ob es in feuchter oder trockener Form geschieht. Beide Varianten sind passend für alle Altersstufen erhältlich. Somit schafft es Ihr struppiges Familienmitglied sowohl mit Trocken- als auch mit Nassfutter bis ins hohe Alter.