Gesundes Katzenfutter: Auf die Zusammensetzung kommt es an

Ein Fest für Katzen: Tierhalter greifen dank dieser und anderer Werbeversprechen gerne mal zum teuren Katzenfutter. Aber muss es denn immer Premiumqualität sein? Oft meinen es Katzenbesitzer einfach zu gut mit ihren Lieblingen, denn viele Tiere sind eindeutig zu dick. Übergewicht schadet Katzen. Es drohen zahlreiche Folgerkrankungen, wodurch die Lebenserwartung sinkt. Mit der richtigen Ernährung sowie dem optimalen Tagesbedarf bleiben Katzen lange fit und gesund. Dieser Futterratgeber zeigt, worauf es ankommt.

Der Kalorienbedarf von Katzen

Nicht jede Katze darf im Freien nach Herzenslust herumschleichen. In Städten oder in Dachgeschosswohnungen ist das manchmal auch gar nicht möglich. Bewegungsmangel führt jedoch schnell zu Übergewicht.– erst recht in Kombination mit einer ungünstigen Ernährung. Wer seine Katze liebt, der füttert wohldosiert.

Die Menge und der Kalorienanteil des Futters haben großen Einfluss auf das Körpergewicht. Der tägliche Energiebedarf einer gesunden, ausgewachsenen Katze liegt bei etwa 60 Kalorien pro Kilogramm. Ein durchschnittlich großes Tier erreicht somit einen Bedarf von rund 250 Kalorien pro Tag. Nährwerttabellen befinden sich immer auf den Tierfutterverpackungen. Mit ihnen lässt sich die tägliche Futtermenge ungefähr ermitteln.

Egal, ob eine Katze lieber Feucht- oder Trockenfutter mag: Ihr sollte nur ein- bis zweimal pro Tag Fressen angeboten werden. Es gilt, mit den richtigen Mengen überflüssigen Pfunden entgegenzuwirken und dabei die Katze mit allen Nährstoffen zu versorgen, die sie braucht.

Bei der Ernährung spielt ebenso das Katzenalter sowie die körperliche Verfassung eine Rolle. Junge Tiere haben einen höheren Energiebedarf als ausgewachsene Katzen. Stubentiger brauchen etwas weniger Kalorien als Freigänger. Katzenfutter muss also so zusammengesetzt sein, dass ein Tier in ernährungsphysiologischer Hinsicht versorgt ist.

Katzenfutter muss mit allen benötigten Nährstoffen im richtigen Verhältnis zueinander ausgestattet sein. Wichtig für den Stoffwechsel sind reichlich Eiweiß, Aminosäuren, Fett, wenig Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine. Für den Knochenbau sowie für gesunde Zähne ist Kalzium von Bedeutung.

Hersteller reichen Katzenfutter oft mit Zusatzstoffen an, wenn die enthaltenen Zutaten kaum natürliche Vitalstoffe enthalten. Das Futter wird durch synthetisch hergestellte Substanzen ergänzt. Das ist sinnvoll, da nicht in allen Fleischsorten lebenswichtige Vitamine in ausreichender Menge vorkommen. Künstliche Nährstoffe werten das Katzenfutter auf und halten die Katze gesund.

Rein vegetarisches Futter

Selbst wenn es manchem Vegetarier lieber ist: Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. In der freien Wildbahn ernähren sie sich von Mäusen, Vögeln und anderen Kleintieren. Fleisch versorgt Katzen mit allem, was sie zum Leben brauchen. Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung benötigen sie Proteine, Taurin und Niacin. Diese Nährstoffe sind nur im tierischen Gewebe enthalten. Der Katzenorganismus kann auf sie nicht verzichten. Bei einer rein vegetarischen Ernährung treten schnell Mangelerscheinungen auf. Zwar enthält Katzenfutter oft auch pflanzliche Bestandteile, jedoch nur zu einem geringen Prozentsatz. Nassfutter enthält zum Teil Getreidearten, die laut Experten aber unbedenklich sind. Rein vegetarische Produkte sind bestenfalls als Ergänzungsfressen geeignet.

Katzendiät: Übergewicht vermeiden ist besser als Abnehmen

Übergewicht senkt die Lebenserwartung und beeinträchtigt die Lebensqualität. Ist die Katze zu dick, ist das Abnehmen oft schwierig. Hungerzeiten lösen ein körpereigenes Alarmsystem aus. Nimmt ein Tier zu wenig Futter zu sich, als es eigentlich benötigt, bedeutet das eine Bedrohung für den Organismus. Der Energieverbrauch wird automatisch auf Sparflamme gedreht. Die Diät wird dadurch schnell zur Qual, da die Katze hungert und nicht genügend Nährstoffe aufnehmen kann.

Nulldiäten sind ein absolutes No-Go – sie sind für Katzen lebensbedrohlich! Dabei wird ein anderer Mechanismus in Gang gesetzt. Schon nach kurzer Zeit transportiert der Organismus einen Großteil des Körperfetts in die Leber. Das stellt kurzfristig die Energieversorgung sicher, doch insbesondere bei übergewichtigen Tieren gelangt zu viel Fett in das lebenswichtige Organ. Eine Crashdiät führt unter Umständen zum Leberversagen.

Dennoch macht bei zu dicken Katzen eine dauerhafte Ernährungsumstellung Sinn. Die aus Übergewicht resultierenden Folgeerkrankungen sind gefährlich. Dazu gehören Leberverfettung, Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme. Eine Katzendiät sollte Fett abbauen und gleichzeitig die Muskelmasse stärken. Sie besteht im Idealfall aus viel Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Das regelmäßige Wiegen hilft dabei, das Katzengewicht im Auge zu behalten. Eine Ernährungsumstellung ist ratsam, wenn der Bauch eine starke Rundung aufweist, und die Rippen nicht mehr fühlbar sind.

Katzenfutter bei Nierenleiden

Vor allem ältere Katzen haben Probleme mit der Niere. Das Organ ist eine Schwachstelle im Organismus. Katzenfutter mit einem hohen Phosphor- und Eiweißgehalt kann langfristig die Symptome verschlimmern. Eine auf das Krankheitsbild abgestimmte Ernährung ist daher wichtig. Katzenhalter sollten sich vom Tierarzt beraten lassen, der Auskunft über geeignete Futtermöglichkeiten geben kann.

Der Geschmack kommt nicht zu kurz

Über Geschmack lässt sich streiten. Auch Katzen sind wählerisch und haben in Sachen Futter individuelle Vorlieben. Hersteller bieten ihrer vierbeinigen Zielgruppe eine große Auswahl an Geschmacksrichtungen an. Ob Nass- oder Trockenfutter mit Fisch, Leber, Geflügel, Rind oder Lamm: Über das perfekte Aroma urteilt jede Katzenzunge selbst.

Was steckt eigentlich im Katzenfutter?

Katzenfutter besteht überwiegend aus Resten der Fleischindustrie. Die Nebenprodukte stehen in der Regel nicht auf dem Speiseplan des Menschen. Sie sind für Katzen keineswegs eklig oder gar ungesund. Im Fressnapf landen Fischköpfe, Innereien, Knorpel, Häute oder Tierblut. Premiummarken machen bei der Zutatenliste keine Ausnahme. Sie heben zwar den Gehalt an hochwertigen Fleischsorten besonders hervor, das Futter besteht jedoch auch aus Nebenprodukten.

Trockenfutter verdirbt nicht so schnell wie Feuchtfutter

In Sachen Nährstoffgehalt punktet Trockenfutter genauso wie Feuchtfutter. Es ist besonders preiswert und eignet sich für alle gesunden Katzen. Bei der Fütterung sollte dem Tier ausreichend Trinkwasser zur Verfügung stehen. Trockenfutter kommt durch die knusprige Konsistenz der Zahngesundheit zugute. Der große Vorteil besteht jedoch darin, dass es nicht so schnell verdirbt wie Nassfutter. Die enthaltenen Nährstoffe sind bei verschlossener Packung über einen langen Zeitraum haltbar. Es lässt sich darüber hinaus leicht auf Reisen mitnehmen und verfüttern.

Katzenfutter aufbewahren

Ob praktisches Trockenfutter oder saftiges Nassfutter: Fressen muss für Katzen unzugänglich aufbewahrt werden. Für trockenes Futter eignen sich verschließbare Haushaltsbehälter aus Plastik. Sie halten den Inhalt lange frisch und bewahren die flüchtigen Aromen vor dem Entweichen. Nassfutter wird häufig in Schälchen oder in kleinen Dosen angeboten. Die Packungsgrößen haben den Vorteil, dass der Inhalt für eine Fütterung ausreicht – das Lagern von angebrochenen Packungen entfällt. Bei großen, bereits geöffneten Dosen trocknet der Inhalt leicht an. Wiederverwendbare Deckel für Futterdosen, die im Tierbedarfshandel erhältlich sind, schützen das Futter vor dem Austrocknen. Es lässt sich dann über mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren. Vor der Fütterung sollte die Katzennahrung Gelegenheit haben, sich auf Zimmertemperatur zu erwärmen. Das mag der sensible Katzenmagen.

Preisgünstiges Futter überzeugte Stiftung Warentest

Geschätzte eine Milliarde Euro geben die Deutschen jährlich für Trocken- und Feuchtfutter aus. Eine Tagesration kostet zwischen 0,10 bis 1,75 Euro. Vor allem die teuren Marken haben bei der Stiftung Warentest schlecht abgeschnitten. Die Prüfer testeten gängige Sorten auf Kriterien wie Zutaten, Deklaration, Portionsgröße, Preis und Schadstoffe. Bei zahlreichen Herstellern wurden falsche Fütterempfehlungen bemängelt. Viele Produzenten gaben zu üppige Tagesrationen an, was dem Umsatz zugutekommt, nicht jedoch den Katzen. Außerdem fehlt es dem Futter häufig an wichtigen Vitaminen. Ist zu viel Phosphor drin, ist das schädlich für die Nieren. Katzen brauchen kein Luxusfutter, sondern eins mit der optimalen Nährstoffzusammensetzung.

BARF: das alternative Katzenfutter

Katzenfutter lässt sich auch in der heimischen Küche zubereiten. Der Futtertrend heißt BARF, wobei die Abkürzung für „biologisch artgerechtes, rohes Futter“ steht. Alle erforderlichen Zutaten müssen auf die Bedürfnisse der Katze abgestimmt sein. Vor allem frisches Fleisch und Innereien sind im selbst gemachten Futter enthalten. Zusätzlich lässt es sich mit Getreidearten oder durch vitaminreiche Öle veredeln. Das Verfüttern von Schweinefleisch ist gesundheitsgefährdend, da in ihm ein tödlicher Virus stecken kann. Wer selbst Futter zubereiten möchte, darf nur frische Zutaten verwenden und muss in der Küche penibel auf Hygiene achten.